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Dienstag, 1. März 2011

Freitag, 11. Februar 2011


"die nacht war tief, sanft und still. das weiße licht des mondes war kalt und klar, wie die gerechtigkeit, von der wir träumen und die wir nicht finden", raymond chandler, the high window

"ich aber knöpfe meine weste auf / und werfe meine brust dem mond entgegen; / mit ausgestreckten armen werde ich / den spender des lichts auf der erde verehren", stalin, an den mond

"the moon is not only beautyful, it is so far away", chan marshall, the moon

Dienstag, 22. Juni 2010

karto|graphien #3


"in jenem reich erlangte die kunst der kartographie eine solche vollkommenheit, dass die karte einer einzigen provinz den raum einer stadt einnahm und die karte des reichs den einer provinz. mit der zeit befriedigten diese maßlosen karten nicht länger, und die kollegs der kartographen erstellten eine karte des reichs, die die größe des reichs besaß und sich mit ihm in jedem punkt deckte. die nachfolgenden geschlechter, die dem studium der kartographie nicht mehr so ergeben waren, waren der ansicht, diese ausgedehnte karte sei unnütz, und überließen sie, nicht ohne verstoß gegen die pietät, den unbilden der sonne und der winter. in den wüsten des westens überdauern zerstückelte ruinen der karte, behaust von tieren und von bettlern; im ganzen land gibt es keine anderen überreste der geographischen lehrwissenschaften."

(jorge luis borges, borges und ich. in: gesammelte werke, Bb. VI, münchen 1982, s. 121.)

Dienstag, 20. April 2010

karto|graphien #2


in den späten achtziger jahren gibt kim il-sung den auftrag das höchste hotel der welt zu bauen. das pyramidenartige ryugyŏng hot'el, 105 stockwerke und 330 meter hoch, wurde niemals fertiggestellt. es ist ein betonskelett, das in den himmel ragt, das höchste unbewohnte gebäude der welt. sein standort ist auf keinem der offiziellen stadt­pläne p'yŏngyangs angegeben



"was allein den türgriff anbetrifft so verlangen größere leute, den griff hoch anzubringen; bei kör­perlich kleinen menschen ist es umgekehrt. wollte man all diese wünsche befriedigen, so könnten auch zehn griffe an einer tür nicht ausreichen. die architektur muss die wesentli­chen und gemeinsamen ansprüche des menschen widerspiegeln", kim jong-il, über die baukunst

Sonntag, 21. Februar 2010

karto|graphien #1



"diese karte teilt den ozean in felder von je fünf grad geographischer breite zu fünf grad geographischer länge; durch jedes feld laufen senkrecht zwölf kolumnen für die zwölf monate, waagerecht drei linien für eintragungen: auf einer ist die anzahl der tage anzugeben, die das schiff im betreffenden monat in diesem gebiet zugebracht hat, auf den beiden anderen die anzahl der tage, an denen dort wale, pottwale oder grönlandwale, gesichtet worden sind",
leutnant maury vom national observatory, washington am 16. april 1851

Dienstag, 22. Dezember 2009

tür zum western #22



ethan edwards sucht in dem film the searchers fünf jahre lang nach debbie. der film geht einhundertdreizehn minuten. dehnt man den film auf eine länge von fünf jahren aus, dauert eine filmsekunde ungefähr sechs stunden. vierundzwanzig bilder in sechs stunden, vier bilder die stunde, eins alle fünfzehn minuten. die zeit ist der wahre feind des erzählens von geschichten

douglas gordon, 5 year drive-by, 1995

Montag, 21. Dezember 2009

tür zum western #21


sechs von sieben der bankräuber haben es geschafft. die kavalerie gibt die verfolgung am rand der wüste auf. wahrscheinlich werden die banditen umkehren, denn die wüste ist groß, meint einer der soldaten
in der trockenen sicherheit der wüste verteilen die sechs ihre beute. einige wollen umkehren, denn die wüste ist groß. it's just a place. a place can be crossed, sagt stretch, make your choice. er steigt auf sein pferd und reitet in die wüste

william a. wellman, yellow sky, 1948

Sonntag, 20. Dezember 2009

tür zum western #20


owen devereaux, der sich am letzten tag des bürgerkrieges eines kriegsverbrechen schuldig gemacht hat, notiert in sein tagebuch: es war krieg, nichts weiter. und der ist nun vorbei. ich bin gerettet. gott hilf mir. es folgt ein großaufnahme seines gesichts. daran und an der tatsache, dass der film zu diesem zeitpunkt gerade fünf minuten alt ist, ahnt der zuschauer, dass es eben noch nicht vorbei ist

henry levin, the man from colorado, 1948